Rekordhalter Bernhard Raimann im Interview

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Die Footballsaison ist für Bernhard Raimann zwar schon vorbei, doch seine erste Saison für die Central Michigan University wird er so schnell nicht vergessen. Der 21-jährige Wide Receiver war nämlich im September 2018 der erste Österreicher, dem ein Catch in der NCAA DIV I gelang. Wir haben mit dem Ex-Wikinger über seine Erfahrungen, seine Ziele und seine Verbundenheit zur Heimat gesprochen.

Kannst du unserer Community bitte einmal kurz deine Football-Laufbahn zusammenfassen?

Ich habe 2012 bei den Vienna Vikings mit Football angefangen. Davor hatte ich mich nie wirklich mit Football beschäftigt, weswegen ich mich auch nicht sonderlich auskannte während meinem ersten Jahr als Spieler. Die ersten zwei Jahre bei der U17 war ich noch mehr oder weniger ein Back-Up-Receiver. Der Sport an sich hat mir dann immer mehr Spaß gemacht, weswegen ich mich dann auch in die Vikings Football Academy eingeschrieben habe. Diese Extra-Trainings haben mich dann, vor meinem dritten Jahr in der U17, auch für das Team 2 vorbereitet. Während meiner Zeit im Team 2 habe ich auch den Coach kennengelernt, der mich am meisten beeinflusst hat. Gemeinsam mit WR Coach Max Kössler absolvierte ich ein Extra-Training nach dem anderen, was mich schlussendlich auch zu dem Spieler machte, der ich heute bin. Während meiner ersten Saison im Team 2 habe ich dann auch schon für das U19 Nationalteam gespielt. Und wieder hat alles damit angefangen, dass ich als dritter Backup immer kurz vorm Ausscheiden bei den einzelnen Camps gestanden bin. Aber durch Coaches, die an mich geglaubt haben und immer das Beste aus mir herausgeholt haben, habe ich schlussendlich dann sogar bei der U19-WM in Kuwait gestartet. Und auch hier hatte ich Glück von Coach Max Sommer (als OC) und HC Jakob Dieplinger (two of the best football coaches in Europe) zu lernen und mich als Spieler weiterzuentwickeln.

#86 Bernhard Raimann in action

Nach dieser Saison entschlossen sich mein bester Freund und Teamkollege Alex Hertel und ich in die USA zu gehen. Einerseits um die amerikanische Kultur kennenzulernen, aber andererseits natürlich auch wegen Football. Im Jahr darauf, also im Frühling bevor ich fliegen sollte, bekam ich die Chance für die Vikings Kampfmannschaft zu spielen. Das war natürlich eine riesen Erfahrung und alles sehr aufregend. Naja, aufregend bis ich dann wegen einem Bänderriss im Knöchel frühzeitig die Saison beenden musste. Doch auch das überstand ich. 

Wie genau startete dein Abenteuer in den USA? Zuerst High School und wie kam es dann an die Central Michigan?

Als Austauschschüler habe ich natürlich bei unserem High School Team erste Football Erfahrungen in den USA gesammelt. Obwohl meine High School Mannschaft nicht sonderlich gut war, haben wir es doch in die Playoffs geschafft. Im Winter habe ich dann neben Wrestling, auch bei einem 7 on 7 Flag-Football Team mittrainiert. Und im Frühjahr war ich dann soweit um auf diverse College Camps zu gehen und mich dort zu beweisen. Und das führte schlussendlich zu meinem Angebot von der CMU.

Im September bereits durften wir vernehmen, dass du als True Freshman im ersten Saisonspiel als Starter ran durftest und dabei als erster Österreicher einen Ball in der NCAA DIV I fangen durfest. Wie war der Tag für dich?

Also meine erste Saison war echt überwältigend. Im Sommer (bis zum Fall-Camp) war ich eigentlich noch ein Backup, konnte mich dann allerdings beweisen. Unser erstes Spiel war gegen die University of Kentucky. Wir haben das Spiel leider verloren, aber persönlich war es eine riesengroße Erfahrung und auch als Team haben wir einiges aus diesem Spiel gelernt. Mein erster Catch war jetzt nicht besonders aufregend. Football ist und bleibt Football. Egal wo und gegen wen man spielt. Unsere Saison verlief offensichtlich nicht nach Plan. Allerdings wird uns unser 1-11 Record nur als noch größere Motivation für nächstes Jahr dienen.

Wie fühlt man sich in einem Team der Div I? Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu deiner Zeit bei den Dacia Vikings?

Naja, der größte Unterschied ist, dass hier einfach alle Spieler größer, schneller und stärker sind. Dadurch ist das ganze Spiel natürlich auch schneller und intensiver. Darüberhinaus ist es hier auch schlichtweg ein Business. Es wird kaum Rücksicht auf einzelne Spieler oder auch Coaches genommen. Das war natürlich eine Umstellung wenn man die #Vamily bei den Dacia Vikings gewöhnt ist.

Worauf kommt es an? Was würdest du jungen Talenten mitgeben, die denselben Traum wie du haben?

Was ich den jungen Talenten mitgeben würde? WORK. Wenn du mehr erreichen willst als alle anderen, dann musst du auch härter arbeiten als alle anderen. Und das gilt natürlich auch für alles andere das man erreichen möchte.

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